Feuerwehr Einsätze

Großbrand, Donnerstag, 26.10.2017
Die Alarmmeldung der Leitstelle um 19.21 Uhr hörte sich recht harmlos an. „Unbekannte Rauchentwicklung in der Egon Höhmann Straße 9“, hieß es. Doch schon beim Ausrücken wurde das Einsatzstichwort in „Gebäudebrand“ geändert. Und bei der Ankunft an der Einsatzstelle am Kreuzweg 10 fanden die Einsatzkräfte eine Lagerhalle vor, die bereits in Vollbrand stand.
Ein freilaufender Wachhund innerhalb des eingezäunten Areals hinderte anfangs die Einsatzkräfte daran, in die unmittelbare Nähe der brennenden Halle zu gelangen. Kurze Zeit später konnte der Besitzer ihn an die Leine nehmen. Dadurch wurde der Hund gerettet. Er wäre sehr wahrscheinlich durch die starke Hitze verbrannt.
Bei dem Brandobjekt handelt es sich um eine zweiteilige Halle, in der zu gleichen Teilen Lebensmittel und KFZ- Teile gelagert werden. In einem Teil der Halle befindet sich eine Wohnung, in der eine 4 köpfige Familie wohnt. Diese konnte ihre Wohnung noch rechtzeitig und unverletzt verlassen. Sie wurde vom Rettungsdienst betreut. Um die Halle herum standen in mehreren Reihen dicht gedrängt Altfahrzeuge.
Den Einsatzkräften war schnell klar, dass zu diesem Zeitpunkt eine Rettung der Halle nicht mehr möglich war. Man konzentrierte sich auf den Schutz der umliegenden Gebäude mit sogenannten Riegelstellungen. Mit viel Wasser wird die enorme Wärmestrahlung herabgekühlt.
Umgehend wurden weitere Feuerwehren zur Unterstützung angefordert.
Zwei heftige Explosionen in der Halle sorgten für den Teileinsturz einer Hallenwand und eines zugehörigen Metalltors. Dadurch kam es zur Durchzündung in der Halle, und die Intensität des Feuers nahm schlagartig zu.
Vermutlich waren eine oder mehrere Gasflaschen geborsten. Eine riesige Rauchwolke entwickelte sich.
Der massive Wassereinsatz sorgte dafür, dass die reichlich vorhandenen Hydranten nicht mehr das benötigte Wasser liefern konnten. Man musste zusätzlich auf das Kasseler Wassernetz zugreifen. Dafür wurden mehrere Hundert Meter Schlauchleitung verlegt.
Für die vielfältigen Aufgaben benötigte man viele Einsatzkräfte. Im Laufe des Einsatzes unterstützten die Männer und Frauen der Berufsfeuerwehr Kassel, der Feuerwehren aus Nieste, Baunatal, Helsa, Fuldatal und Hofgeismar die Kollegen aus Niestetal. Dazu kamen noch die Rettungskräfte des bereitstehenden ASB- Rettungsdienstes und die Polizisten, die die Einsatzstelle großräumig absperrten.
Insgesamt waren rund 120 Einsatzkräfte im Einsatz.
Die Versorgung der Einsatzkräfte mit Getränken und Essen übernahmen die Mitglieder der Ehren- und Altersabteilung und einige Frauen.
Schon nach einer halben Stunde konnte gemeldet werden, dass das Feuer unter Kontrolle sei. Doch es dauerte noch einige Stunden, bis der Brand endgültig gelöscht war. Eine große Hilfe waren die beiden Drehleitern von Kassel und Kaufungen. Eine große Unterstützung war auch ein Bagger, der von einer nahegelegenen Baufirma angefordert wurde. Mit diesem war es möglich, ein Teil des Daches einzureißen. So konnte das Feuer letztendlich von oben gelöscht werden.
Wegen der enormen Rauchentwicklung wurde auch vorsorglich die Bevölkerung gewarnt, Türen und Fenster zu schließen. Der Gefahrstoffzug aus Fuldatal führte an verschiedenen Stellen in der Umgebung Messungen durch. Die Konzentration der Gefahrstoffe lag aber weit unter den zulässigen Grenzwerten.
Eine Falschmeldung, die im Internet kursierte, beschäftigte die Einsatzleitung noch zusätzlich. In der Meldung hieß es, dass die angrenzende Flüchtlingsunterkunft brennen würde. Das musste mehrfach dementiert werden. Immer wieder musste bekannt gegeben werden, dass es sich lediglich um den Brand eines Industrieobjektes handelt. Da die Flüchtlingsunterkunft derzeit nicht belegt ist, mussten auch keine zusätzlichen Maßnahmen ergriffen werden..
Im Laufe der Nacht konnten die auswärtigen Feuerwehren wieder abrücken. Für die Niestetaler Feuerwehrleute endete der direkte Einsatz gegen 02.30 Uhr. Die umfangreichen Reinigungsarbeiten wurden auf den nächsten Tag verlegt.
Der Sachschaden wird auf einen mittleren sechsstelligen Betrag geschätzt. Die Brandursache ist noch nicht geklärt und muss von der Polizei noch ermittelt werden.

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