Ostritzer Friedensfest zeigt Menschlichkeit, Friedfertigkeit, Weltoffenheit13.04.2018
Borna/Ostritz (13.04.2018). Liebe Glaubensgeschwister im Bistum Dresden-Meißen,

mit diesem Brief wenden sich Gläubige der katholischen Pfarrei Mariä Himmelfahrt von Ostritz in einem dringendem Anliegen an euch. Wir stehen zusammen mit allen friedliebenden Bewohnern der Stadt Ostritz derzeit vor einer sehr schweren Aufgabe, bei der wir euch ganz herzlich um Unterstützung bitten möchten.

Worum geht es?
Am Wochenende vom 20. bis 22. April 2018 wollen sich in einem Ostritzer Hotelgelände Rechtsextremisten aus ganz Europa zum "Schild-und-Schwert-Festival" versammeln. Auf dem Programm stehen namhafte rechtsextreme Bands genauso wie rechte Redner und sogenannte Kampfsportwettkämpfe. Es sind Menschen mit einer Gesinnung zu erwarten, die nicht im Geringsten mit unseren menschlichen und christlichen Werten zu vereinbaren sind. Dies wiederum ist Teil einer bedrohlichen Entwicklung, welche wir in unserer Gesellschaft zunehmend beobachten und die wir nicht wort- und tatenlos dulden können. Wir wollen zeigen, dass wir für Mitmenschlichkeit, Hilfsbereitschaft, Friedfertigkeit, Weltoffenheit, Toleranz und ein gutes Miteinander aller Menschen guten Willens eintreten. Deshalb wird derzeit von vielen Akteuren gemeinsam ein großes, buntes Friedensfest, welches an dem gleichen Wochenende im Zentrum von Ostritz stattfinden soll, vorbereitet. Es wird ein buntes Programm zum Mitmachen, Zuhören und Dabeisein geben.

Warum wenden wir uns an euch?
Im Jahr 1984 fand anlässlich der 750-Jahr-Feier des Klosters St. Marienthal eine Wallfahrt nach Ostritz statt, an der 20.000 (!) Katholiken aus Nah und Fern teilnahmen. Es war (durchaus zum Erstaunen der damaligen Behörden) ein friedliches Glaubensfest ohne jegliche Zwischenfälle. Wir Christen in Ostritz empfanden dieses Fest damals trotz aller zu bewältigender Aufgaben als eine wunderbare Stärkung unseres eigenen Glaubens. Viele denken noch heute mit freudigen Erinnerungen daran zurück. Wenige Jahre später, im Herbst 1989, waren es wiederum viele Christen, die vor allem in den großen Städten unseres Bistums, insbesondere in Plauen, Dresden und Leipzig, durch ihren friedlichen Protest wesentlich zum Gelingen der friedlichen Revolution beitrugen. Immer wieder und an vielen Stellen zeigen auch heute Christen durch ihr Engagement, wofür sie einstehen und was ihnen wichtig ist. Das alles macht uns Mut, uns mit diesem Brief an alle Gläubigen des Bistums zu wenden.

Bitte lasst uns an dem Aprilwochenende, vom 20. bis 22. April, nicht allein, sondern unterstützt uns durch eure Anwesenheit in Ostritz, damit dieses Wochenende ein buntes, frohes, lebensbejahendes und letztlich auch ein Glaubenszeugnis vieler friedliebender Menschen werden kann. Bitte kommt so zahlreich wie möglich nach Ostritz! Wir sind fest davon überzeugt, dass das Fest um so friedlicher verlaufen wird, je mehr Menschen guten Willens dabei sein werden. Und nicht zuletzt können wir es damit schaffen, dass die Botschaft, welche an diesem Wochenende aus Ostritz in die Welt getragen wird, eine positive ist. Das Kloster St. Marienthal selbst lädt an diesem Wochenende zu Tagen des offenen Klosters ein, als Ort des stillen Gebets und der Begegnung. Diejenigen, die lieber konkret anpacken, können wir als Helfer bei Auf- und Abbau, Verpflegung und vielen tausend Dingen dringend gebrauchen. All jene, welche nicht persönlich dabei sein können, bitten wir von Herzen um ihr Gebet. Bitte seid dabei – in welcher Weise auch immer!

Weitere Informationen im Internet unter: www.ostritzer-friedensfest.de

Es grüßen herzlich die Mitglieder des Organisationsteams
Quelle: Link

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